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Kurbäder und Kurorte – Geschichte und Definition

Kurbäder, Kurorte und Kurstädte haben eine lange Tradition und Geschichte. Viele kennen sie, haben sie schon besucht oder waren gar selbst als Kurgast dort, um von einer Krankheit zu genesen. Und spätestens bei einem solchen Aufenthalt haben sicher viele Menschen auch die Faszination, den Zauber und dieses ganz besondere Flair verspürt, das von diesen Orten ausgeht. Doch wie definiert sich ein Kurbad, ein Kurort oder eine Kurstadt überhaupt? Wie kann ein Ort zum Kurort werden? Was ist eigentlich ein Heilbad und gibt es da Unterschiede?
Viele der Kurstädte, Kurbäder und Kurorte wirken heute, trotz aller modernen Errungenschaften und der modernen Kliniken und Therapien irgendwie ein wenig aus der Zeit gefallen. Die allermeisten der traditionellen Kurorte bestechen durch ihre opulenten historischen Gebäude und ziehen so nicht nur Menschen an, die Heilung suchen, sondern vor allem auch solche, die Kultur und Erholung suchen.
All diese Orte, die der Kur und der Heilung dienen, sind Orte der Erholung. Und viele dieser Orte glänzen und beeindrucken mit Architektur und langer Geschichte. Von all dem soll hier erzählt werden. Was ist ein Kurbad?
Ein Kurbad, oder besser gesagt ein Kurort, trägt vielfach die Bezeichnung „Bad“ im Namen. Das ist schon einmal das erste Erkennungsmerkmal. In solchen Orten gibt es vielfach Heilbäder, die wir im weiteren Verlauf noch genauer erklären werden.
In Deutschland dürfen den Titel bzw. Namenszusatz „Bad“ nur Orte und Städte tragen, die staatlich anerkannte Heilbäder sind.
Eine der wenigen seltenen Ausnahmen von dieser Regel ist z.B. Bad Bodendorf. Dieser auch als „Tor zum Ahrtal“ bezeichnete Stadtteil von Sinzig heißt zwar „Bad“ Bodendorf, aber wurde dem Ort im Jahr 2013 das Prädikat „Bad“ aberkannt. Dennoch darf die Benennung weiter genutzt werden, allerdings nur als Name, nicht mehr als Prädikat.
Auch in anderen Ländern gibt es derartige Prädikate: in Frankreich etwa gibt es für Thermal- und Seebäder den Namenszusatz „les Bains“ und in Italien wird der Begriff „Terme“ dem Ortsnamen zugesetzt.
All diese Orte zeichnet aus, dass sie über Quellen oder andere heilende Stoffe verfügen. Zumeist gibt es dort auch Kliniken und Kureinrichtungen.

Werbeplakat des Luftkurorts Davos - Kurorte
Werbeplakat des Kurortes Davos aus dem Jahr 1901 gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Was ist ein (Luft-)Kurort?

Die meisten Kurorte in Deutschland sind sog. Luftkurorte, wobei die korrekte Bezeichnung eigentlich „heilklimatischer Kurort“ lautet. Um Luftkurort zu werden, muss ein Gutachten ergeben, dass die Luft und das Klima des Ortes auf die Gesundheit und die Erholung von Menschen positive Einflüsse haben. Ein solches Gutachten gilt allerdings nicht für alle Zeiten, sondern muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden, um die Einhaltung der Standards zu gewährleisten. Dementsprechend ergibt sich, dass diese Zusatzbezeichnung auch jederzeit wieder aberkannt werden kann.
Reguläre Kureinrichtungen wie etwa Kurkliniken gibt es in Luftkurorten in aller Regel nicht. So ist die Bezeichnung Luftkurort meist einzig ein touristisch nutzbares Prädikat. Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 300 solcher Luftkurorte.
Die Kriterien für die Erteilung des Prädikats Luftkurort sind übrigens von Bundesland zu Bundesland etwas verschieden. Alle Bundesländer aber stützen sich auf die Definition des „Deutschen Heilbäderverbandes“, die hier auch wiedergegeben wird:

Ein Heilklimatischer Kurort braucht ein Bioklima, das therapeutisch anwendbar und durch Erfahrung bewährt ist.
Der deutsche Wetterdienst erstellt regelmäßig bioklimatologische und lufthygienische Gutachten, um die Einhaltung der Qualitätsstandards zu belegen.
Für die Klima-Therapie stehen erholsame Örtlichkeiten wie eine Liegehalle, ein Klimapavillon oder Liegewiesen zur Verfügung.
Umweltschutz wird groß geschrieben: dank einer konsequenten Verkehrsberuhigung, vielerorts Rauchverboten und einer gezielten Stadtplanung sowie Forstprogrammen bleiben Natur und Mensch im Einklang.

Deutscher Heilbäderverband

Hyllige Born in Bad Pyrmont
Der Hyllige Born in Bad Pyrmont – Brunnen mit anschließender Trinkhalle
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Was ist ein Heilbad?

Heilbäder sind vielgestaltig, doch sie alle verbindet in aller Regel, dass in ihnen Kurmaßnahmen durchgeführt werden und es dementsprechend fach- bzw. Kurkliniken gibt. Hierher kommen Menschen auf Kosten der Krankenkassen oder der Rentenversicherung und sollen von einer Krankheit genesen.
Dabei können die dort zur Anwendung kommenden Therapien sehr vielgestaltig sein. Diese Vielgestaltigkeit gilt auch für die Voraussetzung, die ein Ort erfüllen muss, um Heilbad zu werden.
Man unterscheidet zwischen Eisenbädern, Radonheilbädern, Mineralheilbädern, Moorheilbädern, Soleheilbädern, Seeheilbädern, Thermalheilbädern, Kneippheilbädern, Schrothheilbädern oder auch Felkeheilbädern. Dabei bezieht sich die Bezeichnung entweder auf spezielle natürliche Vorkommen wie Sole, Moor oder warme Quellen oder aber auf die Anwendung spezieller Therapiekonzepte, etwa von Sebastian Kneipp.
In früheren Zeiten, insbesondere zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert gab es noch andere sog. „Kurmittel“, die in Heilbädern Anwendung fanden, wie etwa die Molkekur, die Trauben- oder auch die Milchkur.


Bad Wildbad
Bad Wildbad um 1900
gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Was ist der Unterschied zwischen Kurort und Heilbad?

Der Deutsche Heilbäderverband nennt Kurorte und Heilbäder in einem Atemzug und definiert sie wie folgt: „Heilbäder und Kurorte sind Kompetenzzentren für ihre Gesundheit. Das Besondere an ihnen: Hier werden natürliche Heilmittel des Bodens, Wassers oder Klimas und traditionelle Heilverfahren angewandt.“
Grundsätzlich gilt, dass zwar jedes Heilbad auch ein Kurort, jedoch nicht jeder Kurort auch ein Heilbad ist.
Der Begriff Heilbad, das wurde bereits im vorangegangenen Abschnitt erläutert, bezeichnet einen Kurort, der spezielle medizinische Einrichtungen bietet, die zur Durchführung spezialisierter Kurmaßnahmen notwendig sind.
Solche Einrichtungen muss ein Kurort, speziell ein Luftkurort, nicht zwingend bieten.
Im Unterschied zum Kurort, der sich allein durch spezielle Therapieangebote wie etwa Kneipp-Kuren, Felke- oder Schroth-Kuren als „Kurort“ qualifizieren kann, bietet ein Heilbad in aller Regel natürliche Besonderheiten, die der Gesundheit zuträglich sind. Zu diesen natürlichen Voraussetzungen gehören etwa Thermalquellen, Solevorkommen, Mineral- oder Moorvorkommen, die in die Therapien der Kliniken und medizinischen Einrichtungen vor Ort einbezogen werden. Dies führt letztlich dazu, dass aufgrund dieser speziellen Vorkommen jedes Heilbad für spezielle Erkrankungen prädestiniert ist. So gilt beispielsweise Bad Nauheim als das „Herzheilbad“. Der Grund dafür liegt in der speziellen Zusammensetzung des dortigen Heilwassers und der warmen Quellen, die auch für gastroenterologische und rheumatische Indikationen förderlich sind.
Insbesondere Moorheilbäder etwa sind vor allem für rheumatische Erkrankungen geeignet.


Bad Reichenhall - Kurorte
Bad Reichenhall um 1900
gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Welche Voraussetzungen braucht ein Kurort? Oder die Frage: Wie wird man Kurort?

Der Deutsche Heilbäderverband und der Deutsche Tourismusverband haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten detailliert Definitionen für die verschiedenen Formen und Arten von Heilbädern und Kurorten erarbeitet. Diese Standards gelten inzwischen deutschlandweit. Mit ihnen wurden auch die Voraussetzungen geklärt, die ein Ort erfüllen muss, um ein Prädikat wie Heilbad, Kurort, Luftkurort oder auch Erholungsort zu erhalten.
Allgemein gilt demnach: „Hochprädikatisierte Orte sind Gebiete (Orte oder Ortsteile), die besondere natürliche Gegebenheiten – natürliche Heilmittel des Bodens, des Meeres, des Klimas – oder die Voraussetzungen für die Physiotherapie nach Kneipp sowie die Anforderungen nach Felke und Schroth für Kuren zur Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Erkrankungen aufweisen. Sie müssen die allgemeinen Anerkennungsvoraussetzungen sowie die jeweils für die einzelnen Artbezeichnungen speziellen Anforderungen erfüllen.“
Speziell für Luftkurorte gelten folgende Voraussetzungen: „Luftkurorte weisen eine Luftqualität und ein Bioklima auf, welche in Gehalt und Prüfaufwand dem der überwiegenden Anzahl hochprädikatisierter Orte entsprechen und deshalb zugunsten der Gäste herausgestellt sind. Sie sind durch ihre Besonderheiten und dienende Infrastruktur in der Lage, über erholungstouristische Aspekte hinaus das Reisemotiv der Erhaltung und Förderung der Gesundheit ansprechend abzudecken. Luftkurorte müssen die allgemeinen Anerkennungsvoraussetzungen sowie die der sie betreffenden Artbezeichnung erfüllen.“


Stadtansicht Franzensbad um 1900 - Kurorte
Stadtansicht Franzensbad um 1900 gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Welche Kurorte gibt es in Europa und weltweit?

Wer an dieser Stelle eine Liste aller Kurorte weltweit erwartet, den müssen wir leider enttäuschen, denn es gibt einfach zu viele. Insbesondere dann, wenn man alle Arten von Kurorten und Kurbädern mit einrechnet, von den Luftkurorten bis hin zu den klassischen Heilbädern, den Solebädern und Moorheilbädern.
Eines aber kann man sagen: wer wirkliche Kurorte und Kurbäder sucht, der sollte in Europa suchen.
Kein anderer Kontinent hat eine solche Tradition in Sachen Kur und Kurbad wie Europa und kein anderer Kontinent hat eine solche Gesetzgebung in Sachen Kur und Prädikatsvergabe für Orte, die als Kurort, bzw. Kurbad firmieren möchten.
Auch in anderen Regionen der Welt gibt es heilende Quellen, gibt es Moor und gibt es Sole, aber das „Kuren“ mit all seinem Drumherum, das ist eine wirklich europäische Eigenart. Die amerikanische Wellness-Variante trägt einen deutlich anderen Charakter.


St. Moritz - Schweiz vor 1882 - Kurorte
St. Moritz vor 1882
Bild: gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Welche Kurorte gibt es in der Schweiz?


Die Schweiz hat nicht viele Kurort zu bieten. Es sind insgesamt 14 an der Zahl, die sich verteilt über die Eidgenossenschaft finden.
Hier finden Sie eine Liste der Schweizer Kurorte nach Regionen sortiert:

Aargau

  • Bad Zurzach
  • Rheinfelden AG
  • Schinznach-Bad

Graubünden

  • Arosa
  • Davos
  • Scuol
  • St. Moritz
  • Seewis im Prättigau
  • Vulpera

Luzern

  • Weggis Vitznau Rigi

St. Gallen

  • Bad Ragaz

Waadt

  • Yverdon-les-Bains

Wallis

  • Leukerbad

Zug

  • Bad Schönbrunn

Marienbad Tschechien - Kreuzbrunnen um 1900 - Kurorte
Marienbad – Kreuzbrunnen um 1900
gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Welche Kurorte gibt es in Tschechien?

Tschechien ist ein Land mit einer langen Tradition in Sachen Kuren und Bäderreisen. Mit Karlsbad, Marienbad und Franzensbad verfügt es nicht nur über drei der berühmtesten Kurbäder Europas überhaupt, sondern auch gleich über drei Kurbäder, die zum UNESCO Welterbe „Great Spas of Europe gehören“.
Darüber, wer oder was vor allem diese drei Kurorte in ganz Europa populär gemacht hat lässt sich sicher lange und gepflegt streiten. Fakt aber ist, dass Johann Wolfgang von Goethe daran sicherlich einen erheblichen Anteil hat, denn gerade die tschechischen Kurorte zählten zu seinen liebsten Reisezielen.
Hier finden Sie eine Liste der heutigen tschechischen Kurorte:

  • Karlsbad (Karlovy Vary)
  • Franzensbad (Františkovy Láznĕ)
  • Marienbad (Mariánské Láznĕ)
  • Jáchymov
  • Jeseník
  • Johannisbad
  • Luhatschowitz
  • Podĕbrady
  • Teplice
  • Třeboň Wittingau
  • Bechynĕ
  • Bĕlohrad
  • Bludov
  • Bohdaneč
  • Hodonín
  • Darkov – Karviná – Klimkovice
  • Dolní Lipová
  • Karlova Studánka
  • Konstantinovy Láznĕ
  • Kostlec u Zlina
  • Kundratice
  • Kynžvart
  • Libverda
  • Mšené
  • Ostrožská Nova Ves
  • Slatinice
  • Teplice nad Bečvou
  • Toušeň
  • Velké Losiny
  • Velichovky
  • Vráž

Marienbad um 1900 - Kurorte
Marienbad um 1900
gemeinfrei – via Wikimedia Commons

Der Kurort Marienbad in Tschechien

Marienbad oder besser gesagt heute Mariánské Lázně liegt im westböhmischen Kaiserwald. Hier gibt es das berühmte Bäderdreieck mit Marienbad, Franzensbad und Karlsbad.
Gegründet worden ist die Stadt Ende des 12. Jahrhunderts vom böhmischen Gaugrafen Hroznata von Ovenec. Ab dem 14. Jahrhundert siedelten hier vermehrt Deutsche und schon die wussten die Heilwasser des Ortes zu schätzen, die seit dem Mittelalter bekannt waren.
Bereits im Jahr 1528 gab es in Marienbad erstmals eine „wissenschaftliche“ Untersuchung der sauren Quellen. Es war König Ferdinand I. persönlich, der diese Untersuchung in Auftrag gab. Man stellte fest, dass die sog. Ferdinandsquelle salzhaltig war. Mit einem aber hatte man zunächst wohl weniger gerechnet, nämlich damit, dass dieses Salz abführende Wirkung hatte. Der Grund? Ganz einfach, es war kein normales Salz, sondern Glaubersalz.
Was zunächst eher ein Nachteil zu sein schien wandelte sich schnell zum Vorteil. Es wurden weitere Quellen in Marienbad gefunden, Heilwirkung hatten sie alle und so erschien bereits im Jahr 1679 die erste Schrift über die nun insgesamt sechs Quellen.
Der kleine Kurort mauserte sich bald und spätestens der Besuch Johann Wolfgang von Goethes im Jahr 1820, dem viele weitere folgten, brachte dem Ort zunehmendes Renommée. Auch Richard Wagner fühlte sich hier wohl und fand Inspiration. Selbst englische Könige und österreichische Kaiser traf man hier regelmäßig an und zahlreiche Prachtbauten entstanden im Laufe der Zeit. Noch heute gilt Marienbad als einer der schönsten Kurorte Europas.


Mühlbrunnen-Kolonnade Karlsbad 1910 - Kurorte
Die Mühlbrunnen-Kolonnade in Karlsbad 1910
Foto: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der Kurort Karlsbad in Tschechien

Im Westen Tschechiens liegt Karlovy Vary, das berühmte Karlsbad. Spätestens seit dem 10. Jahrhundert gab es hier eine Burg, die bis ins Jahr 1226 den Mittelpunkt der Provinz Sedlensis bildete. Hier herrschten und regierten die Přemysliden.
Anders als Marienbad wurde Karlsbad vor allem durch seine Thermalquellen weltberühmt. Ihre heilende Wirkung war bereits im 14. Jahrhundert bekannt und wurde genutzt. Diese warmen Quellen gaben dem Ort auch seinen Namen, denn „Vary“ bedeutet nichts anderes als „Warmbad“. Den Namen „Karls“-bad verdankt der Ort Kaiser Karl V., der den Ort im Jahr 1370 zur Königsstadt erhob.
Die erste Brunnenschrift über die Heilwirkung der Karlsbader Quellen stammt aus dem Jahr 1522. Zerstörungen durch Hochwasser und Brände machten dem Ort ausgangs des 16. und anfangs des 17. Jahrhunderts beinah den Gar aus. Doch der Ort erholte sich und wurde vor allem im 18. Jahrhundert durch die Kuraufenthalte des russischen Zaren Peter dem Großen immer populärer. Vor allem aber Komponisten fühlten sich in Karlsbad stets wohl und die Liste ist lang, sie reicht von Johann Sebastian und Ludwig van Beethoven über Johannes Brahms und Frédéric Chopin bis hin zu Edvard Grieg und Robert Schumann. Und auch der in Sachen Kurbäder nahezu unvermeidlich Johann Wolfgang von Goethe gab sich hier natürlich die Ehre.
Großen Einfluss auf den Aufstieg des Ortes hatte vor allem der Arzt David Becher mit seiner Schrift über Karlsbad.
Noch heute bekannt sind die sog. „Karlsbader Beschlüsse“ von 1819, die eine strenge Pressezensur für alle Staaten des damaligen Deutschen Bundes einleiteten.


Kurorte - Franzensbad
Egerer Badehaus in Franzensbad um 1900
Historische Postkarte – via Wikimedia Commons

Der Kurort Franzensbad in Tschechien

Das heutige Františkovy Lázně ist das dritte und jüngste Kurbad des böhmischen Bäderdreiecks. Seinen Namen verdankt es seinem Gründer: Kaiser Franz II. nachdem auch die bedeutendste Quelle des Ortes – die Franzensquelle – benannt wurde.
Erste Schriftquellen über Heilquellen in dieser Region stammen aus dem 14. Jahrhundert und auch der deutsche Arzt Georg Agricola (1494-1555) kannte und beschrieb diese Quellen, ebenso wie der deutsche Humanist Kaspar Brusch (1518-1557).
Ein erstes Gasthaus mit Badebereich wurde um 1705 in der Nähe der Quelle errichtet und 1791 entstand der erste Brunnenpavillon. Kurz darauf, im Jahr 1793 wurde das erste Hotel errichtet. Bis zur Errichtung des ersten wirklichen Badegebäudes aber vergingen noch knapp 60 Jahre. Es entstand 1852 und war vor allem für die ärmere Bevölkerung gedacht.
Franzensbad hat neben seinen Quellen vor allem auch Moorvorkommen und zählt zu den ältesten Moorbädern Europas, die bereits Marie von Ebner-Eschenbach zu schätzen wusste. Neben ihr gibt es zahlreiche weitere berühmte Kurgäste, wie etwa den Fürsten Metternich, Ludwig van Beethoven und – sie ahnen es wahrscheinlich schon – Johann Wolfgang von Goethe.


Wilhelma Bad Cannstatt
Wilhelma in Bad Cannstatt
Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Welche Kurorte gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es annähernd 400 Orte, die vom Deutschen Heilbäderverband anerkanntes Prädikat tragen und in denen ein regulärer Kurbetrieb stattfindet.
Die Geschichte dieser Kurorte reicht teilweise bis in römische Zeit zurück, teilweise aber sind sie auch erst in neuerer Zeit zu Kurorten aufgestiegen. Es gibt also eine sehr große Vielfalt. Und das nicht nur in Bezug auf die Geschichte dieser Orte, sondern auch und vor allem in Bezug auf ihre Therapie- und Heilmethoden und auf die natürlichen Gegebenheiten und Vorkommen, die sie erst zu einem Kurort haben werden lassen.
Aufgrund dieser enormen Anzahl sollen diese Kurorte hier nicht in Form einer langen Liste genannt werden, sondern direkt nach Bundesländern aufgeteilt werden, um eine gewisse Übersichtlichkeit zu gewährleisten.


Bad Driburg Trinkhalle
Trinkhalle Bad Driburg um 1900
historische Postkarte

Kurorte und Kurbäder in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gibt es über 30 sog. Kurorte. Dabei handelt es sich vielfach um Luftkurorte oder Kneipp-Heilbäder. Manche dieser Orte sind lediglich Ortsteile größerer Städte. Ausgedehnte Kurbetriebe, wie man sie sich landläufig vorstellt gibt es hier nicht. Der Erholung und dem Wohlbefinden allerdings sind alle diese Orte sicher sehr zuträglich:

  • Aachen, Heilbad
  • Bad Berleburg, Kneipp-Heilbad
  • Brilon, Kneipp-Heilbad
  • Bad Driburg, Moorheilbad, Mineralheilbad
  • Eckenhagen (Gemeinde Reichshof), Heilklimatischer Kurort
  • Bad Fredeburg (Stadt Schmallenberg), Kneipp-Heilbad
  • Gemünd (Stadt Schleiden), Kneipp-Kurort
  • Hausberge (Stadt Porta Westfalica), Kneipp-Kurort
  • Bad Hermannsborn (Stadt Bad Driburg), Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Holzhausen (Stadt Preußisch Oldendorf), Heilbad
  • Bad Hopfenberg (Stadt Petershagen), Moorheilbad
  • Bad Laasphe, Kneipp-Heilbad
  • Bad Lippspringe, Heilbad, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Meinberg, Heilbad
  • Bad Münstereifel, Kneipp-Heilbad
  • Nierheim, Heilklimatischer Kurort
  • Nümbrecht, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Oeynhausen, Mineralheilbad
  • Olsberg, Kneipp-Heilbad
  • Randringhausen (Stadt Bünde), Erholungsort mit Kurmittelgebiet Rothenuffeln (Gemeinde Hille), Erholungsort mit Kurmittelgebiet
  • Bad Salzuflen, Soleheilbad, Mineralheilbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Sassendorf, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Schieder (Stadt Schieder-Schwalenberg), Kneipp-Kurort
  • Schmallenberg-Grafschaft, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Senkelteich (Stadt Vlotho), Luftkurort mit Kurmittelgebiet
  • Bad Seebruch (Stadt Vlotho), Luftkurort mit Kurmittelgebiet
  • Tecklenburg, Kneipp-Kurort
  • Bad Waldliesborn (Stadt Lippstadt), Mineralheilbad
  • Bad Westernkotten (Stadt Erwitte), Soleheilbad, Moorheilbad
  • Winterberg, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Wünnenberg, Kneipp-Heilbad

Bad Eilsen
Bad Eilsen
Bild: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Kurorte und Kurbäder in Niedersachsen


Niedersachsen hat zahlreiche Kurort und Kurbäder zu bieten. Es sind vor allem zahlreiche Orte an der Nordsee, die als Nordseebäder eine lange Tradition haben und vor allem für ihre salz- und jodhaltige Luft berühmt sind.

  • Altenau, Heilklimatischer Kurort
  • Baltrum, Nordseeheilbad
  • Bad Bederkesa, Moorkurbetrieb
  • Bad Bentheim, Moorheilbad, Mineralheilbad
  • Bad Bevensen, Jod-Sole-Heilbad
  • Bad Bodenteich, Kneipp-Kurort
  • Borkum, Nordseeheilbad
  • Burhave (Gemeinde Butjadingen), Nordseebad
  • Carolinensiel-Harlesiel (Stadt Wittmund), Nordseebad
  • Cuxhaven, Nordseeheilbad
  • Dangast (Stadt Varel), Nordseebad, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Dornumersiel (Gemeinde Dornum), Nordseebad
  • Bad Eilsen, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bensersiel (Stadt Esens), Nordseeheilbad
  • Bad Essen, Sole-Kurbetrieb
  • Bad Fallingbostel, Kneipp-Heilbad
  • Bad Gandersheim, Heilbad
  • Bad Grund, Heilstollen-Kurbetrieb
  • Hahnenklee (Stadt Goslar), Heilklimatischer Kurort
  • Bad Harzburg, Soleheilbad
  • Hitzacker, Kneipp-Kurort
  • Horumersiel-Schillig (Gemeinde Wangerland), Nordseeheilbad
  • Bad Iburg, Kneipp-Kurort
  • Juist (Landkreis Aurich), Nordseeheilbad
  • Bad Laer, Soleheilbad
  • Langeoog, Nordseeheilbad
  • Bad Lauterberg, Kneipp-Heilbad
  • Bad Münder am Deister, Heilquellen Kurbetrieb
  • Bad Nenndorf, Moorheilbad, Mineralheilbad
  • Neuharlingersiel, Nordseeheilbad
  • Norddeich (Stadt Norden), Nordseeheilbad
  • Norderney, Nordseeheilbad
  • Ottendorf (Samtgemeinde Hadeln), Nordseebad
  • Bad Pyrmont, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Rothenfelde, Soleheilbad
  • Bad Sachsa, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Salzdetfurth, Moorheilbad, Soleheilbad
  • Salzgitter-Bad (Stadt Salzgitter), Sole-Kurbetrieb
  • Soltau, Sole-Kurbetrieb
  • Spiekeroog, Nordseeheilbad
  • Tossens (Gemeinde Butjadingen), Nordseebad
  • Wangerooge, Nordseeheilbad
  • Wremen, Nordseebad
  • Bad Zwischenahn, Moorheilbad

Bad Bocklet 1838
Bad Bocklet 1838
Bild aus: Ferdinand Kirchgeßner: Das Stahlbad Bocklet bei Kissingen. Ein Taschenbuch für Kurgäste und Aerzte, 1859

Kurorte und Kurbäder in Bayern

Moor- und Mineralbäder herrschen in Bayern vor und natürlich: Kneipp-Heilbäder. Aber – den Alpen sei Dank – gibt es in Bayern natürlich auch sehr viele heilklimatische Kurorte.
Mit Bad Kissingen verfügt Bayern auch über eines jener Traditionsbäder, das auf der Liste der „Great Spas of Europe“ steht, die 2021 zum Welterbe der UNESCO werden sollen.

  • Bad Abbach, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Aibling, Moorheilbad, Thermalbad
  • Bad Alexandersbad, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Bayersoien, Moorheilbad
  • Bayrischzell, Heilklimatischer Kurort
  • Berchtesgaden, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Berneck im Fichtelgebirge, Kneipp-Heilbad
  • Bad Birnbach, Heilbad
  • Bischofsgrün, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Bocklet, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bodenmais, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Brückenau, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Wörishofen, Thermalbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Endorf, Jod-Thermalbad
  • Bad Faulenbach (Stadt Füssen), Mineralheilbad, Moorheilbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Feilnbach, Moorheilbad
  • Fischen im Allgäu, Heilklimatischer Kurort
  • Füssen, Kneipp-Kurort
  • Bad Füssing, Thermal- und Mineralheilbad
  • Garmisch-Partenkirchen, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Gögging (Stadt Neustadt an der Donau), Schwefelheilbad, Moorheilbad
  • Bad Griesbach im Rottal, Heilbad
  • Bad Grönenbach, Kneipp-Heilbad
  • Bad Heilbrunn, Mineralheilbad
  • Bad Hindelang, Kneipp-Heilbad, Heilklimatischer Kurort
  • Hopfen am See (Stadt Füssen), Kneipp-Kurort
  • Kellberg (Gemeinde Thyrnau), Mineralquellen-Kurbetrieb
  • Bad Kissingen, Mineralquellen- und Moorheilbad
  • Bad Königshofen im Grabfeld, Mineralheilbad
  • Bad Kötzting, Kneipp-Heilbad
  • Bad Kohlgrub, Moorheilbad
  • Kreuth, Heilklimatischer Kurort
  • Krumbad, Peloid-Kurbetrieb, Kneipp-Kurbetrieb
  • Marktschellenberg, Heilklimatischer Kurort
  • Murnau am Staffelsee, Moor-Kurbetrieb
  • Bad Neustadt an der Saale, Solheilbad, Moorheilbad
  • Bad Oberdorf, Schwefel-Thermalquelle, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Oberstaufen, Schroth-Heilbad, Heilklimatischer Kurort
  • Oberstdorf, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Ottobeuren, Kneipp-Kurort
  • Oy-Mittelberg, Kneipp-Kurort
  • Prien am Chiemsee, Kneipp-Kurort
  • Ramsau bei Berchtesgaden, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Reichenhall, Soleheilbad
  • Bad Rodach, Heilbad
  • Rottach-Egern, Heilklimatischer Kurort
  • Scheidegg, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Schönau am Königssee, Heilklimatischer Kurort
  • Schwangau, Heilklimatischer Kurort
  • Sibyllenbad (Marktgemeinde Bad Neualbenreuth), Heilquellen-Kurbetrieb
  • Siegsdorf, Heilquellenkurbetrieb
  • Bad Staffelstein, Sole-Thermalbad
  • Bad Steben, Heilbad
  • Tergensee, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Tölz, Jodbad, Heilklimatischer Kurort
  • Treuchtlingen, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Wiessee, Mineralheilbad
  • Bad Windsheim, Soleheilbad, Mineralheilbad
  • Bad Wörishofen, Kneipp-Heilbad

Badenweiler
Badenweiler, Ansicht von Osten, Matthias Merian der Ältere, Topographia Suaviae, ca. 1650
gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Kurorte und Kurbäder in Baden-Württemberg


Baden-Baden, neben Bad Cannstatt (heute Stuttgart), das sicherlich bekannteste und berühmteste Kurbad in Baden-Württemberg. Baden-Baden gehört mit zu den „Great Spaso f Europe“, die im Jahr 2021 zum UNESCO-Welterbe erklärt werden sollen.

  • Aalen (Stadtbezirk Wasseralfingen), Heilklimatischer Kurort, Heilstollen-Kurbetrieb
  • Aulendorf, Kneipp-Kurort
  • Baden-Baden, Mineralheilbad
  • Badenweiler, Thermalheilbad
  • Bad Bellingen, Heilbad
  • Berg (Stadt Stuttgart), Heilquellen-Kurbetrieb
  • Beuren, Erholungsort mit Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Boll, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Buchau, Moorheilbad, Mineralheilbad
  • Bad Cannstatt (Stadt Stuttgart), Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Ditzenbach, Thermal- und Mineralheilbad
  • Dobel, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Dürrheim, Soleheilbad, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Freiburg im Breisgau, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Freudenstadt, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Bad Herrenalb, Mineralheilbad, Heilklimatischer Kurort
  • Hinterzarten, Heilklimatischer Kurort
  • Höchenschwand, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Imnau, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Isny im Allgäu, Heilklimatischer Kurort
  • Jordanbad, Kneipp-Kurort
  • Königsfeld, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Bad Krozingen, Mineral-Thermalheilbad
  • Lenzkirch, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Liebenzell, Heilbad
  • Ludwigsburg-Hoheneck, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Mergentheim, Mineralheilbad
  • Mettnau, Kneipp-Kurort
  • Neubulach, Heilklimatischer Kurort, Heilstollenkurbetrieb
  • Bad Niedernau, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Obertal-Buhlbach, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Peterstal-Griesbach, Mineralheilbad, Moorheilbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Rappenau, Soleheilbad
  • Bad Rippoldsau-Schapbach, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Rotenfels (Stadt Gaggenau), Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Säckingen, Heilbad
  • Saig (Gemeinde Lenzkirch), Heilklimatischer Kurort
  • Sasbachwalden, Heilklimatischer Kurort, Kneippkurort
  • Bad Saulgau, Kneipp-Kurort
  • Schluchsee, Heilklimatischer Kurort
  • Schömberg, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Bad Schönborn, Heilbad
  • Schönmünzach (Gemeinde Baiersbronn), Kneipp-Kurort
  • Schönwald im Schwarzwald, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Schussenried, Moorheilbad
  • Schwarzenberg (Gemeinde Baiersbronn), Kneipp-Kurort
  • Bad Sebastiansweiler (Stadt Mössingen), Heilquellen-Kurbetrieb
  • St. Blasien, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Bad Teinach (Stadt Bad Teinach-Zavelstein), Heilbad
  • Titisee-Neustadt, Heilklimatischer Kurort
  • Todtmoos, Heilklimatischer Kurort
  • Triberg im Schwarzwald, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Überkingen, Heilbad
  • Bad Urach, Heilbad
  • Villingen (Stadt Villingen-Schwenningen), Kneipp-Kurort
  • Waldbronn, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Waldsee, Moorheilbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Wildbad, Thermalheilbad
  • Bad Wimpfen, Soleheilbad
  • Wolfegg, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Wurzach, Moorheilbad

Kurbereich Bad Dürkheim
Kurbereich Bad Dürkheim um 1900
historische Postkarte

Kurorte und Kurbäder in Rheinland-Pfalz

Auch Rheinland-Pfalz wird wohl ab 2021 mit Bad Ems über eines jener historischen und traditionellen Kurbäder verfügen, das als „Great Spa of Europe“ zum UNESCO-Welterbe gehört.
Aber auch andere Traditions-Kurbäder hat das Bundesland zu bieten, so etwa Bad Münster am Stein oder Bad Neuenahr.

  • Bad Bergzabern, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Heilbad
  • Bernkastel-Kues, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Bertrich, Thermal-Mineralheilbad
  • Bad Bodendorf (Stadt Sinzig), Mineralheilbad
  • Bad Breisig, Mineralheilbad
  • Daun, Heilklimatischer Kurort, Mineralbad, Kneipp-Kurort
  • Bad Dürkheim, Heilbad
  • Ehlscheid, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Ems, Heilbad
  • Bad Hönningen, Thermal-Mineralheilbad
  • Bad Kreuznach, Mineralheilbad, Radonheilbad
  • Lahnstein, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Manderscheid, Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Kurort
  • Bad Marienberg (Westerwald), Kneipp-Heilbad
  • Bad Münster am Stein-Ebernburg (Stadt Bad Kreuznach), Radonheilbad, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Neuenahr-Ahrweiler, Mineralbad
  • Rengsdorf, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Salzig (Stadt Boppard), Mineralheilbad
  • Bad Sobernheim, Felkeheilbad
  • Vallendar, Kneipp-Kurort
  • Bad Wildstein (Stadt Traben-Trarbach), Heilbad

Kurhaus Bad Elster
historische Postkarte

Kurorte und Kurbäder in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Sachsen und Sachsen-Anhalt sind nicht die Bundesländer, die jemandem gemeinhin zuerst einfallen, wenn es um große und traditionsreiche Kurbäder und Kurorte geht. Dennoch gibt es auch hier einige schöne und interessante Orte, die eine Reise lohnen.

  • Altenberg, Luftkurort
  • Berggießhübel (Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel), Kneipp-Kurort
  • Bad Brambach, Mineralheilbad
  • Bad Düben, Moorheilbad
  • Bad Elster, Mineral- und Moorheilbad
  • Bad Gottleuba (Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel), Moorheilbad
  • Bad Kösen, Soleheilbad
  • Bad Lausick, Mineralheilbad
  • Bad Muskau, Moorkurbetrieb
  • Bad Salzelmen (Stadt Schönebeck), Soleheilbad
  • Bad Schandau, Kneipp-Kurort
  • Bad Schlema, Heilbad
  • Bad Schmiedeberg, Moorheilbad, Mineralheilbad, Kneipp-Kurort
  • Seiffen (Erzgebirge), Erholungsort
  • Bad Suderode, Heilbad
  • Warmbad (Bad Wolkenstein) Heilbad
  • Wiesenbad, Heilquellenkurbetrieb

Bad Salzungen um 1916 Gradierbau
Bad Salzungen um 1916
historische Postkarte

Kurorte und Kurbäder in Thüringen

In Thüringen sind es vor allem Soleheilbäder, die Erholungssuchende finden. Einer der bekanntesten und traditionsreichsten Kurorte in Thüringen ist sicherlich Bad Salzungen. Hier gab es bereits im 16. Jahrhundert die Anfänge eines Kurbetriebs. Die meisten anderen Kurorte Thüringens sind erst im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden.

  • Bad Berka, Heilquellenkurbetrieb
  • Bad Blankenburg, Heilbad
  • Blankenburg, Heilbad
  • Bad Colberg, Heilbad
  • Finsterbergen und Friedrichroda, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Frankenhausen, Soleheilbad
  • Heilbad Heiligenstadt, Soleheilbad
  • Bad Klosterlausnitz, Moorheilbad
  • Bad Langensalza, Heilbad
  • Bad Liebenstein, Mineralheilbad
  • Bad Lobenstein, Moorbad
  • Masserberg, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Salzungen, Soleheilbad
  • Stützerbach, Kneipp-Kurort
  • Bad Sulza, Soleheilbad
  • Sülhayn (Stadt Ellrich), Heilklimatischer Kurort
  • Bad Tabarz, Kneipp-Heilbad
  • Bad Tennstedt, Heilbad

Weltbad Westerland auf Sylt
Das Weltbad Westerland auf Sylt
historische Postkarte

Kurorte und Kurbäder in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein verdankt seiner Lage zwischen zwei Meeren eine besondere Fülle an Seebädern und egal, ob die nun an der Nord- oder der Ostsee liegen, so haben viele von ihnen eine lange Tradition und sind traumhafte Orte, um sich zu erholen und gleichzeitig der Gesundheit etwas Gutes zu tun.

  • Bad Bramstedt, Solebad, Moorbad
  • Büsum, Nordseeheilbad
  • Burg auf Fehmarn (Stadt Fehmarn), Ostseeheilbad
  • Dahme, Ostseeheilbad
  • Damp, Ostseeheilbad
  • Eckernförde, Ostseebad
  • Eutin, Heilklimatischer Kurort
  • Friedrichskoog, Nordseehielbad
  • Gelting, Kneipp-Kurort
  • Glücksburg (Ostsee), Ostseeheilbad
  • Grömitz, Ostseeheilbad
  • Großenbrode, Ostseeheilbad
  • Haffkrug (Gemeinde Scharbeutz), Ostseeheilbad
  • Heikendorf, Ostseebad
  • Heiligenhafen, Ostseeheilbad
  • Helgoland, Nordseeheilbad
  • Hohwacht (Ostsee), Ostseeheilbad
  • Holm (Stadt Schönberg, Holstein), Heilbad
  • Hörnum (Sylt), Nordseebad
  • Kampen (Sylt), Nordseebad
  • Kellenhusen (Ostsee), Osteseeheilbad
  • Ostseebad Laboe, Ostseebad
  • List auf Sylt, Nordseebad
  • Bad Malente-Gremsmühlen (Gemeinde Malente), Heilklimatischer Kurort, Kneipp-Heilbad
  • Mölln, Kneipp-Kurort
  • Nebel, Nordseebad
  • Neustadt in Holstein, Ostseebad
  • Nieblum, Nordseebad
  • Niendorf (Gemeinde Timmendorfer Strand), Ostseeheilbad
  • Norddorf auf Amrum, Nordseeheilbad
  • Pellworm, Nordseeheilbad
  • Rantum (Gemeinde Sylt), Nordseebad
  • Scharbeutz, Ostseeheilbad
  • Schönberg (Holstein), Ostseebad
  • Schönhagen (Gemeinde Brodersby), Ostseebad
  • Bad Schwartau, Jodsoleheilbad, Morrheilbad
  • Bad Segeberg, Mineralheilbad
  • Sierksdorf, Ostseebad
  • Sankt Peter-Ording, Nordseeheilbad, Schwefelheilbad
  • Strande, Ostseebad
  • Sylt-Ost (Gemeinde Sylt), Nordseebad
  • Timmendorfer Strand, Ostseeheilbad
  • Travemünde (Stadt Lübeck), Ostseeheilbad
  • Utersum, Nordseebad
  • Weißenhäuser Strand (Gemeinde Wangels), Ostseebad
  • Wenningstedt-Braderup (Sylt), Nordseeheilbad
  • Westerland (Sylt), Nordseeheilbad
  • Wittdün auf Amrum, Nordseeheilbad
  • Wyk auf Föhr, Nordseeheilbad

Trinkkuranlage mit Museikmuschel Bad Nauheim
Teil der Trinkkuranlage von Bad Nauheim mit Musikmuschel –
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Kurorte und Kurbäder in Hessen

Weder hat das Bundesland Hessen die meisten Kurorte und Kurbäder, noch ist eines der Traditionsbäder Hessens heute noch auf der Liste der Great Spas of Europe, die den Welterbetitel der UNESCO erhalten haben. Und dennoch kommt Hessen in Sachen Bäderkultur ein ganz besonderer Stellenwert zu, dies gilt vor allem für die beiden Kurort Bad Homburg und Wiesbaden, die ursprünglich mit zur Bewerbergruppe um den Welterbetitel gehörten und auch für das Drei-Kaiserinnen-Bad Bad Nauheim.

  • Bad Arolsen, Heilbad
  • Bad Camberg, Kneipp-Heilbad
  • Bad Emstal, Mineralheilbad
  • Bad Endbach, Kneipp-Heilbad
  • Falkenstein (Stadt Königstein im Taunus), Heilklimatischer Kurort
  • Gersfeld (Rhön), Kneipp-Heilbad
  • Gladenbach, Kneipp-Heilbad
  • Grasellenbach, Kneipp-Heilbad
  • Herbstein, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Hersfeld, Heilbad
  • Bad Homburg vor der Höhe, Heilbad
  • Bad Karlshafen, Soleheilbad
  • Bad König, Thermalheilbad
  • Königstein im Taunus, Heilklimatischer Kurort
  • Kronberg im Taunus, Luftkurort
  • Lindenfels, Heilklimatischer Kurort
  • Bad Nauheim, Thermal-Mineralbad
  • Naumburg (Hessen), Kneipp-Kurort
  • Neukirchen (Knüll), Kneipp-Heilbad
  • Bad Orb, Heilbad
  • Bad Salzhausen (Stadt Nidda), Heilbad
  • Bad Salzschlirf, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Schlangenbad, Heilbad
  • Schmitten im Taunus, Luftkurort
  • Bad Schwalbach, Mineralheilbad, Moorheilbad
  • Bad Soden am Taunus, Mineral-Soleheilbad
  • Bad Soden-Salmünster, Mineralheilbad
  • Bad Sooden-Allendorf, Soleheilbad
  • Usseln (gemeinde Willingen, Uppland), Heilklimatischer Kurort
  • Bad Vilbel, Heilbad
  • Wiesbaden, Mineralbad
  • Bad Wildungen, Mineralheilbad
  • Reinhardshausen (Stadt Bad Wildungen), Mineralheilbad
  • Bad Wilhelmshöhe (Stadt Kassel), Thermalsoleheilbad, Kneipp-Heilbad
  • Willingen (Upland), Kneipp-Heilbad
  • Ziegenhagen (Stadt Witzenhausen), Kneipp-Kurort
  • Bad Zwesten, Heilbad

Kaiser-Wilhelm-Bad Bad Homburg
Kaiser-Wilhelm-Bad Bad Homburg – Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Kurorte und Kurbäder im Taunus

Viele der wichtigsten und bekanntesten Heilbäder Hessens befinden sich im oder am Taunus. Dieses herrliche Mittelgebirge hat dem Bundesland Hessen viele wichtige Quellen und auch Solevorkommen beschert, die die Region bis heute zu einem Dorado für alle Erholungssuchenden macht. Folgende Kurort und Kurbäder befinden sich in der Region Taunus:


Elisabethenbrunnen Kurpark Bad Homburg
Der Elisabethenbrunnen im Kurpark von Bad Homburg
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Kurorte und Kurbäder rund um Frankfurt (50 km)

Wenn wir auf den Taunus in Hessen schauen, dann gibt es eine besondere Konzentration wichtiger Kurorte und Kurbäder in der Region um Frankfurt.
Historisch betrachtet ist klar, warum sich im Umkreis von etwa 50 Kilometern so viele historische Kurorte und Kurbäder gebildet haben: Kuren, das war etwas für die Reichen, vor allem für die Adeligen und insbesondere für die Großbürgerlichen. Eben diese großbürgerliche Schicht gab es in großer Zahl in Frankfurt am Main und in jenen Kreisen gehörte es zum guten Ton im Sommer kuren zu fahren. Aber man fuhr nicht nur zur Kur, man gönnte sich auch gleich eine kleine Sommervilla im jeweiligen Lieblingskurort. Da war es praktisch, wenn der nicht allzu weit vom eigentlichen Zuhause entfernt war, denn so hatte man häufiger die Möglichkeit dieses Ferien- und Gesundungsdomizil aufzusuchen.
Es sind vor allem Bad Homburg, Bad Nauheim, Schlangenbad und Bad Soden, die zur Liste dieser Traditionskurorte im Frankfurter Speckgürtel gehören.


Historische Gebäude Bad Pyrmont
Historische Bebauung in Bad Pyrmont
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Welche Kurorte sind die schönsten in Europa?

Die schönsten Kurort in Europa sind unzweifelhaft jene Kurorte mit einer langen Tradition und Geschichte. Sie bestechen vor allem durch ihre historischen Bauten, die Kultur und jenes unvergleichliche Flair, das die Geschichte und Geschichten ihnen im Laufe der Jahrhunderte auf ihr Antlitz gezaubert haben.
Zu diesen einzigartigen und schönen Kurorten zählen insbesondere die ehemaligen Luxus- und Modebäder. Elf dieser historischen Kurorte wurden am 24. Juli 2021 unter dem Titel „Great Spas of Europe“ auf die Liste der UNESCO Welterbestätten gesetzt, was die Bedeutung historischer Kurbäder noch einmal besonders deutlich macht und unterstreicht. Die elf Orte sind:  Spa in Belgien, in Deutschland Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen, in Frankreich Vichy, sowie Montecatini Terme in Italien, weiter Baden in Österreich, für Tschechien die Traditionskurorte Franzensbad, Karlsbad und Marienbad und last but not least Bath in England.
Zur ursprünglichen Bewerberliste zählten außerdem Bad Luhatschowitz in Tschechien, Bad Ischl in Österreich und für Deutschland Bad Homburg vor der Höhe, Bad Pyrmont und  Wiesbaden.
In Deutschland gehören zu diesen schönsten Kurorten Europas also unzweifelhaft Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen. Nicht vergessen werden sollten aber auch die traditionellen Mode- und Luxusbäder Wiesbaden, Bad Homburg und Bad Nauheim und Bad Pyrmont.
Vor allem in Tschechien gibt es drei Kurort, die ebenfalls in diese Kategorie der schönsten Kurorte fallen und die ihr Berühmtheit nicht zuletzt dem guten alten Johann Wolfgang Goethe zu verdanken haben, nämlich Karlsbad, Marienbad und Franzensbad.
Auch wer in England nach einem solchen traditionellen und schönen Kurort sucht wird durchaus fündig und zwar in Bath. Wen es nicht ganz so weit weg zieht, der sollte sich das belgische Spa nicht entgehen lassen. Viel historisches Flair bietet auch das „Paris des Ostens“ genannte Budapest, ebenso wie das berühmte Baden bei Wien.
Wer mit dem Kuraufenthalt gerne auch gutes mediterranes Essen verbinden möchte, der sollte sich Abano Terme oder Montecatini Terme vormerken. Auch für alle frankophilen gibt es natürlich eine Kurort-Empfehlung: Vichy, berühmt für sein Mineralwasser.


Wandelhalle Bad Kissingen
Historische Postkarte 1915 Ansicht der heutigen Kurhausstraße in Bad Kissingen mit Blick auf die Wandelhalle

Welche Kurorte sind die größten in Deutschland?

Die Frage nach den größten Kurorten Deutschlands lässt sich nur schwer beantworten, denn woran soll die Größe gemessen werden? An der Zahl der Kurgäste, der Anzahl der Kurkliniken oder an der Größe des Ortes?
Dazu kommt dann noch die Frage, ob man wirklich alle Kurorte, auch die rein heilklimatischen mit in die Fragestellung einbezieht oder aber nur jene Orte, die tatsächlich mit Rehabilitationsangeboten und Kurkliniken ausgestattet sind.
Sie sehen, es ist wirklich nicht einfach die Frage nach den größten Kurorten zu beantworten.


Badezelle in Bad Nauheim
Blick in eine der historischen Badezellen in Bad Nauheim
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Welche Gesundheitskuren gibt es?

Der Deutsche Heilbäderverband unterscheidet insgesamt sechs verschiedene Kurformen:

Ambulante Vorsorgekur: teilweise auch als „offene Badekur“ bezeichnet. In dieser Kurform geht es darum Vorsorge zu leisten, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen können. Sie können beantragt werden, wenn „die körperliche oder geistige Gesundheit bereits geschwächt ist“, wie es beim Deutschen Heilbäderverband heißt.
Das Schöne, für manche Menschen vielleicht aber das Schwierige an dieser Kurform ist die Tatsache, dass man bei einer ambulanten Vorsorgekur quasi alles selbst organisieren kann bzw. darf. Das heißt man sucht den Kurort selber aus, ebenso wie die Kureinrichtung, die nicht zwingend eine Kurklinik sein muss und organisiert den Aufenthalt selbständig. Der Kurarzt vor Ort wählt dann die jeweils notwendigen und sinnvollen Anwendungen aus. Das reicht von Moorbädern über Krankengymnastik und Massagen bis hin zu Trinkkuren. Die Dauer dieser ambulanten Vorsorgekuren beträgt in der Regel drei Wochen.

Stationäre Vorsorgekur: Im Gegensatz zur ambulanten Vorsorgekur ist man bei einer stationären Vorsorgekur in aller Regel in einer Kurklinik untergebracht. Man muss sich also nicht um alles selber kümmern. Ansonsten entspricht der Ablauf dem der ambulanten Vorsorgekur.

Ambulante Rehabilitationskur: Dies ist eine Kurform für Menschen, die bereits erkrankt sind oder aber sich nach einer Erkrankung auf dem Weg der Besserung befinden.
Auch hier bedeutet der Begriff „ambulant“, dass man als Kurender alles selber organisiert und die Anwendungen von einem Kurarzt individuell zusammengestellt werden.

Stationäre Rehabilitationskur: Die stationäre Rehabilitationskur bedeutet wieder einmal die Unterbringung in einer Kurklinik. Hier wird man von Fachpersonal betreut.

Anschlussheilbehandlung: Die Anschlussheilbehandlung ist weitestgehend identisch mit der stationären Rehabilitationskur. Die Bezeichnung bezieht sich darauf, dass diese Form der Kur direkt an einen Krankenhausaufenthalt anschließt. Insbesondere bei bestimmten Krebserkrankungen oder auch nach Unfällen kommt diese Form der Kur zum Einsatz.

Mutter/Vater-Kind-Kur: Diese Kuren richten sich an Elternteile mit ihren Kindern. Die Kur findet gemeinsam statt.
Meist werden diese Kuren für Eltern angeboten, die selbst erkrankt sind und ihre Kinder aufgrund dieser Tatsache zunächst nicht eigenständig versorgen können oder auch für Eltern erkrankter Kinder, wo eine Regeneration der Kinder dringend erforderlich ist.
Diese Kurformen finden immer stationär statt und können sowohl als Vorsorge- als auch als Rehabilitationskuren beantragt werden.


Bad Soden am Taunus Alte Trinkhalle
Bad Soden am Taunus – Trinkhalle um 1900
Foto: gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Kurbäder mit Salinen

Bei der Suche nach Kurbädern mit Salinen sollte man zwei Arten unterscheiden: zum einen die Kurbäder, die tatsächlich sogenannte Soleheilbäder sind und bei denen die Sole bei Bädern, Inhalationen und Trinkkuren eingesetzt wird. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens 5,5 Gramm Natriumionen und 8,5 Gramm Chloridionen in einem Liter Wasser enthalten sind. Zu dieser Art der Soleheilbäder zählen in Deutschland:

  • Bad Bentheim
  • Bad Dürrheim
  • Bad Frankenhausen
  • Bad Harzburg
  • Bad Karlshafen
  • Bad Kösen (Naumburg)
  • Bad Langensalza
  • Bad Neustadt/Saale
  • Bad Rappenau
  • Bad Reichenhall
  • Bad Salzdetfurth
  • Bad Salzuflen
  • Bad Salzungen
  • Bad Soden am Taunus
  • Bad Sulza
  • Bad Westernkotten
  • Bad Wimpfen
  • Bad Windsheim
  • Heilbad Heiligenstadt
  • Kassel – Bad Wilhelmshöhe
  • Waren (Müritz)
Bad Nauheim "Großes Rad" und Gradierbau
Das “Große Rad” und der Gradierbau am Südpark von Bad Nauheim –
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Ebenfalls mit Sole gearbeitet wird in Kurorten mit Gradierbauten. Hier allerdings dient das salzhaltige Wasser lediglich der Atemwegstherapie, denn im Bereich der Gradierbauten ist die Konzentration von Salz in der Luft recht hoch und ermöglicht es so die Atemwege, ähnlich wie an der See, positiv zu beeinflussen.

Zu diesen Kurorten gehören in Deutschland (geordnet nach Bundesländern):

Baden-Württemberg

  • Bad Rappenau
  • Bad Dürrheim
  • St. Blasien-Menzenschwand
  • Baden-Baden

Bayern

Brandenburg

  • Bad Wilsnack

Hessen

  • Bad Karlshafen
  • Bad Sooden-Allendorf
  • Bad Nauheim
  • Bad Orb
  • Bad Soden-Salmünster
  • Bad Salzhausen

Niedersachsen

  • Bad Salzdetfurth
  • Bad Essen
  • Bad Rothenfelde

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen-Anhalt

  • Bad Dürrenberg
  • Bad Kösen

Schleswig-Holstein

  • Ostseebad Damp

Thüringen

  • Bad Salzungen
  • Bad Sulza

Bad Kreuznach - Kurorte
Bad Kreuznach
historische Postkarte, via Wikimedia Commons

Kurbäder mit Radon und Radonanwendungen

Radontherapien sind vor allem für Menschen mit speziellen Arthritisformen und Fibromyalgie geeignet. Nicht viele Kurorte bieten Therapien mit diesem chemischen Element an, das zu den Edelgasen zählt und radioaktiv ist. Insbesondere gilt es bis heute als umstritten, ob die Wirkung tatsächlich die möglichen Probleme durch die radioaktive Strahlung überwiegt.
Angewendet wird die Radontherapie bereits seit über 100 Jahren. Eines der ersten Kurbäder, das sie gezielt anwendete war Bad Kreuznach.
In Europa finden sich Radonkurbäder in Österreich in Bad Gastein und Bad Zell, in Serbien in Niška Banja. In Deutschland gibt es recht viele Radontherapieorte, dazu gehören Menzenschwand, Bad Kreuznach, Bad Brambach, Bad Münster, Bad Schlema, Bad Steben und Sibyllenbad. Auch in Tschechien kann man in Jáchymov Radontherapien machen, ebenso wie im ungarischen Hévíz und in den bulgarischen Orten Naretschen und Kostenez.
Zu Radontherapien schreibt Wikipedia:

„Radonbalneologie, auch Radontherapie, Radonbad oder Radoninhalationskur, ist die therapeutische Anwendung des radioaktiven Elements Radon in Heilbädern und Heilstollen. Es werden dabei natürliche Freisetzungen von Radon aus dem Erdboden genutzt. Früher war der Begriff Radiumbad verbreitet. Gängige Indikationen sind chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis, Sarkoidose, Asthma bronchiale und Arthroseschmerzen. Auch gegen Hauterkrankungen wie verzögerte Wundheilung, Psoriasis und Neurodermitis wird es eingesetzt. Kontrollierte Studien zum Wirkungsnachweis liegen nur für M. Bechterew, Arthritis und Arthrose vor.
Radon gehört zu den Edelgasen; es ist schwerer als Luft. Als natürliches radioaktives Produkt der Zerfallsreihe des Urans wird es in vielen geologischen Formationen gefunden, und es reichert sich hochkonzentriert in der Luft von Uranbergwerken an. Die physikalische Halbwertszeit beträgt 3,8 Tage. Die biologische Halbwertszeit (Verbleib von eingeatmetem Radon) im menschlichen Körper liegt bei ca. 30 min. Radon und seine kurzlebigen Zerfallsprodukte sind Alphastrahler, mit einer Eindringtiefe von ca. 30 μm, was etwa drei Zellschichten entspricht. Die Strahlenwirkung betrifft deshalb vor allem Haut und Lungen.
Es gibt Wannenbäder, bei denen das Badewasser und die Atemluft mit mindestens 660 Bq/l Radon angereichert werden, und Heilstollen, deren warmfeuchte, radonhaltige Luft von 40–50 Bq/l eingeatmet wird. Radonkuren umfassen 10–15 Bäder oder 8–12 Stolleneinfahrten während 3 Wochen. Die Äquivalentdosis wird mit 0,2 mSv für 10 Wannenbäder, bzw. 1,8 mSv für 10 Stolleneinfahrten angegeben.“


Bad Langenschwalbach um 1900 - Kurorte
Bad Langenschwalbach um 1900 – gemeinfrei via Wikimedia Commons

Kurbäder mit Moor

Schon Paracelsus (1493/4-1541) beschrieb Moor als Heilmittel und Napoleons Bruder Jérôme (1784-1860) maß dem Moor als Heilmittel so viel Bedeutung zu, dass er für seine Truppen 1813/14 in Bad Nenndorf das erste Moorbad einrichten ließ. Noch früher begannen Mooranwendungen wohl in Bad Pyrmont. Berühmt für ihre Moorkuren sind auch die drei tschechischen Kurorte Marienbad, Franzensbad und Karlsbad.
Moorheilbäder in Deutschland gibt es auch heute noch und sie finden sich fast in der gesamten Republik. Hier eine Liste der Moorheilbäder nach Bundesländern:

Baden-Württemberg

  • Bad Buchau – Mineralheilbad
  • Bad Niedernau – Mineralheilbad
  • Bad Peterstal-Griesbach – Mineralheilbad, Kneippkurort
  • Bad Rippoldsau-Schapbach – Mineralbad
  • Bad Schussenried
  • Bad Waldsee – Kneippkurort
  • Bad Wurzach

Bayern

  • Bad Abbach – Mineralheilbad
  • Bad Aibling
  • Bad Alexandersbad – Mineralheilbad
  • Bad Bayersoien
  • Bad Bocklet – Mineralheilbad
  • Bad Brückenau – Mineralheilbad
  • Bad Faulenbach – Mineralheilbad, Kneippkurort
  • Bad Feilnbach
  • Bad Gögging – Schwefelheilbad und Mineralheilbad
  • Bad Kissingen
  • Bad Kohlgrub
  • Bad Neustadt an der Saale – Soleheilbad
  • Bad Steben – Mineralheilbad
  • Bad Tölz
  • Füssen – Mineralheilbad, Luftkurort, Kneippkurort

Brandenburg

  • Bad Freienwalde
  • Bad Liebenwerda
  • Bad Saarow – Thermal-Soleheilbad
  • Bad Wilsnack

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

  • Bad Doberan
  • Niedersachsen
  • Bad Bederkesa
  • Bad Blenhorst
  • Bad Nenndorf – Mineralbad
  • Bad Pyrmont – Mineralheilbad
  • Bad Salzdetfurth – Soleheilbad
  • Bad Zwischenahn

Nordrhein-Westfalen

  • Bad Driburg – Mineralheilbad, Heilquellen-Kurbetrieb
  • Bad Meinberg – Mineralheilbad
  • Bad Sassendorf – Mineralheilbad
  • Bad Westernkotten – Soleheilbad
  • Hopfenberg (Petershagen)

Sachsen-Anhalt

  • Bad Schmiedeberg – Kneippkurort, Mineralheilbad

Sachsen

  • Bad Brambach – Mineralheilbad
  • Bad Düben
  • Bad Elster – Mineralheilbad
  • Bad Gottleuba-Berggießhübel – Kneippkurort

Schleswig-Holstein

  • Bad Bramstedt
  • Bad Schwartau – Jodsoleheilbad

Thüringen

  • Bad Klosterlausnitz
  • Bad Lobenstein

Sprudel Bad Nauheim - Sprudelhof
Thermalwasser-Sprudel in Bad Nauheim
Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Kurbäder mit Thermalwasser

Kurorte, die als Thermalheilbäder bezeichnet werden verfügen über Grundwasser, das zum einen mineralisiert ist und zum anderen eine Austrittstemperatur von mehr als 20 °C hat. Dabei kann dieses Wasser wahlweise aus einer natürlichen Quelle stammen, wie etwa in Bad Aachen oder auch durch eine Tiefbohrung an die Oberfläche gelangen, wie beispielsweise in Bad Nauheim.
Da das Thermalwasser zum einen entspannend auf die Muskulatur und zum anderen auch anregend auf den Kreislauf wirkt und die mineralischen Anteile vor allem gegen entzündliche Gelenkserkrankungen helfen, gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeit für die wohlig warmen Bäder.
In Deutschland finden sich insgesamt 20 Kurbäder, die als Thermalheilbäder gelistet sind. Hier finden Sie eine Liste dieser speziellen Kurbäder nach Bundesländern:

Baden-Württemberg

Bayern

  • Bad Aibling
  • Bad Wörishofen
  • Bad Endorf
  • Bad Füssing
  • Bad Oberdorf
  • Bad Staffelstein

Brandenburg

  • Bad Belzig
  • Bad Saarow
  • Templin

Hessen

Rheinland-Pfalz

  • Bad Bertrich
  • Bad Hönningen

Saarland

  • Bad Rilchingen

Sachsen

  • Wiesenbad

Bad Ems an der Lahn - Kurorte
Bad Ems an der Lahn zwischen 1890 und 1905 gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Liste der Top Kurorte Deutschlands

Eine Liste der Top-Kurorte Deutschlands zu erstellen ist schwierig und man steht vor der Frage, was man denn als Maßstab für die Beurteilung nutzen möchte. Geht es vor allem um die Schönheit des Ortes (ein im übrigen vollkommen subjektives Kriterium), geht es um die Größe, die Anzahl der Kliniken, um die Qualität der Behandlung oder vielleicht einfach um das Wohlfühlgefühl der Gäste und Patient*innen?
Jahr für Jahr gibt es Presseorgane und Institutionen, die sich an solchen Rankings versuchen und stets gibt es Menschen, die sich auf diese Rankings verlassen, um dann ggf. enttäuscht zu werden, weil sie weder den Ort noch die Qualität der Behandlung selber als so gut empfinden, wie sie es nach dem Ranking erwartet hätten.
Eine Kur ist und bleibt vor allem etwas ganz persönliches und auch der Heilerfolg hängt manchmal mehr von dieser persönlichen Einstellung ab als von der Behandlung. Sie sollten also weniger auf Rankings schauen, als mehr auf Ihre Intuition vertrauen. Schauen Sie sich die Orte im Internet an, informieren Sie sich am besten beim Deutschen Heilbäderverband. Hier sind alle Kurorte verzeichnet und Sie können herausfinden welcher Ort für Ihr spezielles Gesundheitsproblem überhaupt in Frage kommt.


Wiesbaden Kurhaus -Kurorte
Kurhaus Wiesbaden um 1900
gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Geschichte der Kurorte und Kurbäder

Die Geschichte vieler Kurorte und Kurbäder ist lang und reicht weit zurück. Bereits in römischer Zeit wurden Orte mit warmen oder mineralischen Quellen für Heilungszwecke genutzt. Die Römer liebten das Baden und sie wussten um die positive Wirkung der heilenden Quellen. Einige der von den Römern genutzten Quellen und der um sie herum entstandenen Städte gibt es bis heute und sie sind auch bis heute Heilbäder und Kurorte, so zum Beispiel das berühmte Aquae Granni, das wir heute als Aachen bezeichnen oder auch Aquae Mattiacorum, heute bekannt als Wiesbaden oder ganz schlicht Aquae, das heutige Baden-Baden.
Im Mittelalter blieben viele dieser Quellen bekannt und wir wissen, dass etwa Karl der Große Aachen wohl vor allem deswegen zu seiner Haupt- und Lieblingsresidenz erkor, weil es hier die wärmenden und heilenden Quellen gab, denn der Kaiser hatte es mit den Knochen.
Die erste echte balneologische Schrift erschien im Jahr 1581: „Neuw Wasserschatz“ war der Titel des Buches, geschrieben vom Mediziner Jacobus Theodorus Tabernaemontanus (zu Deutsch Jakob Dietrich) (um 1522-1590).
Wirklich in Mode kamen Bade- und Kurorte dann im 18. Jahrhundert. Zu den ersten gehörte etwa das belgische Spa, aber auch die englischen Orte Bath und Brighton.
Auch in Deutschland folgten bald die ersten Modebäder, Bad Pyrmont etwa, Baden-Baden, Bad Kissingen oder auch Schlangenbad.
Ein regelrechter Bäderhype entstand dann im 19. Jahrhundert. Jede und Jeder, die/der etwas gelten wollte reist fortan im Sommer ins Bad. Dies bedeutete einen enormen Aufschwung für viele der alten Badeorte und führte vor allem auch zur Gründung neuer Kurorte wie etwa Bad Nauheim, die sich zum Teil schnelle einen enormen Ruf erwarben und zu Mode- und Luxusbädern ihrer Zeit aufstiegen.
Die Einführung der Kurmöglichkeit für alle Versicherten veränderte das Antlitz der illustren Kurorte, aber sie brachte ihnen auch ungeahnte Einnahmen. Als sich die gesetzlichen Bestimmungen sich änderten und Kuraufenthalte erschwert wurden brach für viele dieser Kurbäder das wichtigste wirtschaftliche Standbein weg.


Bad Nauheim Badehaus VII und großer Sprudel
Bad Nauheim Badehaus VII mit großem Sprudel – historische Postkarte

Architektur der Kurorte und Kurbäder

Man mag es vielleicht nicht unbedingt glauben, aber Kurorte und Kurbäder haben im Laufe der Jahrhunderte eine ganz eigene Architektur ausgebildet. Denkt man etwas darüber nach, dann macht das auch Sinn, denn es gibt bestimmte Orte in diesen Kurbädern, die es eben nur hier gibt: Brunnenhäuser zum Beispiel oder auch Badehäuser, dann noch Kurhäuser und Trinkkuranlagen.
All diese Kurgebäude sollten prachtvoll sein, sollten von der Bedeutung des Kurortes und ggf. auch von der Bedeutung des Fürsten künden, der diesem Ort seine ganz besondere Aufmerksamkeit widmete und der ihm gehörte. Das führte in so manchen Kurorten zum reinsten Bauwettstreit. Denn gerade in Deutschland gab es zur Hochzeit der Bäderreisen vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Einzelterritorien und oftmals gehörten zwei Badeorte, die eng beieinander lagen doch zwei unterschiedlichen Regenten und natürlich wollte jeder von den beiden als der größte, wichtigste und reichste dastehen. Menschlich, allzu menschlich eben.


Kurhaus Bad Nauheim 1908
Blick auf das Kurhaus von Bad Nauheim im Jahr 1908 historische Postkarte

Die Architektur der Kurhäuser

Sogenannte Kurhäuser sind architektonische Kinder des 19. Jahrhunderts. Also Kinder jener Zeit, als das Kuren die absolute Mode war, der man folgen musste wollte man nur irgendwie dazugehören zur großen Welt.
Kurhäuser sind klassische Mehrzweckgebäude, die vor allem der Unterhaltung und dem Amusement der Kurgäste dienen sollten. Untergebracht waren in ihnen Lesesäle, Theater, Ballsäle, Spielsäle, Casinos, Konzertsäle und – ganz wichtig – Gastronomie, denn ein Kuraufenthalt in jener Zeit fand nicht in einer Klinik statt wie heute, so mit Vollpension und allem drum und dran. Meist waren die Kurgäste privat untergebracht oder in Hotels, Pensionen oder Villen von Freunden und Bekannten, die sich bereits an jenem Kurort mit einem Ferien-, pardon, Kurdomizil niedergelassen hatten. Natürlich konnte, wer reich genug war, gleich mit eigenem Koch oder eigener Köchin anreisen, aber man wollte sich ja auch zeigen, also ging man speisen.
Diese Villen, von denen ich hier sprach, die gehören übrigens auch ganz zwingend zur typischen Architektur der Mode- und Luxusbäder des 19. und 20. Jahrhunderts.


Model des Sprudelhofs in Bad Nauheim
Modell des Sprudelhofs in Bad Nauheim – Foto: A. Kircher-Kannemann, CC-by SA 4.0

Die Architektur der Kuranlagen

Basis quasi aller Kuranlagen waren die Brunnen, sie lieferten das heilende Wasser, das den Kranken Linderung oder gar Heilung versprach. Diesen Brunnen galt also in allen Kurorten – zumindest jenen, die eben auf Heilwasser basierten – ein besonderes Augenmerk. So wurden im Laufe der Jahrhunderte die erst einfachen und aus Holz bestehenden Brunneneinfassungen immer aufwendiger gestaltet. Es entstanden Brunnenpavillons, ganze Brunnenhäuser oder aber großartig und prunkvoll eingefasste Sprudelbecken, wie etwa in Bad Nauheim.
Orte an denen es Trinkkuren gab errichteten große Trinkhallen oder Wandelhallen in denen das heilende Wasser ausgeschenkt wurde. Orte mit Badebetrieb benötigten – man kann es sich denken – große Badehäuser, denn in den Hochzeiten mussten zehntausende von Menschen pro Sommer dort baden können.
All diese Menschen wollten aber auch ein wenig Freizeit genießen, so sie nicht zu krank waren und so brauchte denn ein Kurort auch Freizeitangebote, Kolonnaden mit Geschäften und Cafés etwa, die schon angesprochenen Kurhäuser und auch Sportanlagen wie Tennis- oder Golfplätze. All das gehörte für die Menschen jener Zeit zu einer Kur ganz selbstverständlich dazu und natürlich die Kurparks, die noch heute vielfach die Gesichter jener Kurorte prägen.


Wiesbaden Kurpark - Kurorte
Kurpark von Wiesbaden – gemeinfrei

Kurparks und Landschaftsarchitektur

Jeder Kurort des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, der auf sich hielt, der zum Mode- und Luxusbad werden wollte, der brauchte ihn: den Kurpark. Bis heute sind sie ein ganz spezieller und besonderer Bestandteil von Kurorten.
Diese Parks, die meist in Form englischer Landschaftsgärten angelegt sind, sind mehr als normale Parks. In ihnen finden sich zahlreiche Bauten, die typisch sind für Kurorte. Dazu gehören die Brunnenhäuser oder Brunnenpavillons, die Trinkhallen, die Badehäuser oder auch Konzertpavillons.
Zudem hatten die Kurparks auch in der Therapie eine herausragende Bedeutung, denn es war wichtig, so die Kurärzte, die man bis heute Balneologen nennt, dass die Patient*innen sich bewegten. Dabei dachte man nicht an Sport in unserem heutigen Sinne, sondern eher an sog. „leichte Bewegung“, Spaziergänge. Gerade die Damen hätten auch kaum mehr tun können, denn wir sollten nicht vergessen, dass sie zumeist auch während der Kur in enge Korsetts geschnürt waren, auch wenn die Kurärzte dies schon früh als nicht gesundheitsfördernd ablehnten.
Viele Kurorte ließen ihre Kurparks von bekannten und berühmten Landschaftsgärtnern ihrer Zeit gestalten, so etwa von Heinrich Siesmayer, Peter Joseph Lenné oder auch Maximilian Friedrich Weyhe.


Schmuckhof Badehaus 3 Bad Nauheim
Der Schmuckhof von Badehaus 3 in Bad Nauheim – heute Jugendstilforum Foto: H. Hölzinger CC-by SA 4.0

Kurorte – Orte zur Erholung

Damit aus einem Ort ein Kurort oder Kurbad wird, müssen, das haben wir bis hierher gesehen, viele Anforderungen erfüllt sein. Diese vielen Anforderungen haben im Laufe der Jahrhunderte dazu geführt, dass solche Orte, zumindest dann, wenn sie zu den traditionellen Kurorten, bzw. Kurbädern gehören, ein ganz eigenes Gepräge und einen ganz eigenen Charakter entwickelt haben.
Der Deutsche Tourismusverband und der Deutsche Heilbäderverband haben diesen speziellen „Kurortcharakter“ wie folgt charakterisiert:
„(1) Kureinrichtungen und touristische Einrichtungen aller Art, eine aufgelockerte Bebauung, eingebettet in gärtnerische und natürliche Bepflanzung, sollen das Ortsbild und besonders das Erscheinungsbild des Kurgebietes prägen (Kurortcharakter). „Artgemäße Kur- und Erholungseinrichtungen“ sind als eine der Voraussetzungen – entsprechend den Artbezeichnungen des betreffenden Kurortes – verschieden gestaltete Einrichtungen zur Anwendung der betreffenden natürlichen Heilmittel des Bodens, des Meeres und des Klimas. Die Einrichtungen müssen von dem betreffenden Kurbetrieb in gebrauchsfähiger und – entsprechend den gesetzlichen Vorschriften – hygienisch einwandfreier Form unterhalten sowie den Kurgästen mit geschultem, gesundheitlich überwachtem Pflegepersonal in genügendem Umfange zur Verfügung gestellt werden. Für alle Artbezeichnungen außer beim „Seebad ohne kurmedizinischen Hintergrund“, beim „Luftkurort“ und beim „Erholungsort“ müssen Einrichtungen für Maßnahmen der Gesundheitserziehung vorhanden sein. (2) Artgemäße Einrichtungen“ umfassen ebenfalls Lesezimmer, Gesellschaftsräume, Räume mit Internetzugang und dergleichen sowie Veranstaltungen (Kurmusik, sonstige kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Internetzugang). Es gilt zu beachten, dass lärmende Veranstaltungen den Kurortcharakter gefährden.“

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